
PRESSE
VIER MUSIKER DIE BEGEISTERN:
Das „Outlast Orchestra" präsentiert Klassiker der 1980er Jahre und interpretiert bekannte Hits mit Geige, Cello, Gitarre und Gesang auf eigene Weise. Das kommt gut an.
Man nehme vier hervorragende Musiker und lässt sie zusammen musizieren. Im vorliegenden Fall wird der Song „Sweet dreams are made of this" von Annie Lennox und Dave Stewart („Eurythmics") einstudiert und performt. Und weil die Angelegenheit so wunderbar funktioniert, beschließt das Quartett auf eine gemeinsame musikalische Reise zu gehen. Und zwar mitten hinein in die tönende Welt der 80er Jahre. In eine Welt voller Karottenjeans und Schulterpolster, von Aerobic und Vokuhila und voll von genialer Musik. So erzählt es Armin Bruckmeier, brillanter Gitarrist und auch Sänger, als er dem Publikum im Oberstdorf Haus von den Anfängen des „Outlast Orchestra" berichtet.
Es ist noch gar nicht lange her, dass sich Armin Bruckmeier aus Eckarts zusammen mit dem grandiosen Geigenvirtuosen Kili Kayser aus Sonthofen, der charismatischen Sängerin Steffi Aberer aus Oberstdorf und der bezaubernden Cellistin Malgorzata Grzanka-Räth, der aus Polen stammenden Immenstädterin, auf diese Reise begeben haben, vollgepackt mit Superhits aus den 1980er Jahren.
Das Ergebnis - für alle sicht- und hörbar: Die Veranstaltung der Kulturgemeinde Oberstdorf ist ausverkauft, die Gäste sind begeistert und die Hauptpersonen auf der Bühne haben sichtlich Spaß.
Schon das Opening hat es in sich. Mitten hinein ins Jahr 1985 mit dem Reißer „Running up that hill" von Kate Bush. Sofort merkt man, dass sich die vier gesucht und gefunden haben. Synthesizer und Drum-Computer gibt es nicht, dafür Cello und Geige - aber beileibe nicht als Ersatz. Somit werden ein ums andere Mal wohlig-warme Klangwelten erschaffen. Durchaus up to date mit einer gehörigen Prise Nostalgie. Das klingt sofort gut und auch die Stimmen von Steffi Aberer und Armin Bruckmeier harmonieren. Da ist es schon fast Programm, wenn von der Bühne farbenfroh ein rockiges „we belong" (wir gehören zusammen) erklingt, 1984 von Pat Benatar in die Welt gesetzt. Dieser Titel drückt eine tiefe Zugehörigkeit, Verbundenheit und die Identifikation der Künstler mit genau dieser Gemeinschaft aus. Alphavilles „Big in Japan" beschert dem Publikum im Oberstdorf Haus die Gewissheit, dass Geige und Cello perfekt zueinander passen. Den Geist eines Michael Jackson lässt man mit dem 1983er Welt-Hit „,Beat it" aufleben und eine Hommage an Martin Luther King findet sich im Song „Pride (in the name of love)" von der irischen Rockband „U2“. Auf schmeichelnd-melodiösen Pfaden wandeln die Vier mit dem Soundtrack zum 82er Trickfilm „The last Unicorn", im Original von der Rockband „America" und dem London Symphony Orchestra eingespielt. Dazu gesellt sich ein Ausreißer in die 70er mit Abbas „Knowing me, knowing you", dem Soundtrack zur Scheidung, wie Armin Bruckmeier treffend bemerkt.
Nach der Pause taucht die Band noch tiefer ein in die Rock-, Pop-und Balladen-Klassiker des 80er Jahrzehnts, trifft auf perfekte Arrangements von „La Isla Bonita" (Madonna 1984), I am still standing" (Elton John 1983). Steffi Aberers Stimme mal rockig, mal balladengetränkt melancholisch, Armin Bruckmeiers Gitarre bisweilen smoothie, aber auch schlagkräftig und die Violine von Kill Kayser gemeinschaftlich orchestral. (von Günter Jansen)
